Abschnitt 7: Bernauer Straße
Die Bernauer Straße ist der Abschnitt, bei dem man am wenigsten erklären muss. Die Häuser auf der Südseite gehörten zu Ost-Berlin, der Gehweg davor schon zum Westen. Im August 1961 sprangen Menschen aus den Fenstern auf die Straße, bevor die Fenster zugemauert wurden.
Heute markieren rostige Stahlstäbe den Verlauf der Mauer. Sie stehen in einer langen Reihe über die Wiese, und weil man zwischen ihnen hindurchgehen kann, merkt man erst nach einer Weile, dass man gerade über die Grenze spaziert.
Mittendrin steht die Kapelle der Versöhnung, ein ovaler Bau aus Lehm und Holzlamellen. An ihrer Stelle stand früher eine Kirche im Todesstreifen, die 1985 gesprengt wurde.
Ich bin den Abschnitt bis zum Nordbahnhof gelaufen und dann noch einmal zurück, diesmal auf der anderen Seite. Es sind dieselben anderthalb Kilometer, aber sie fühlen sich anders an.